Almersbach - Evangelische Kirche und Pfarrhaus

Die Almersbacher Kirche ist von Mai bis September sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr für Besucher geöffnet.

1199 als bestehende Kirche erwähnt
13.Jahrh. Ausmalung der Kirche
15.Jahrh. Ausmalung der Chorapsis
1510 (ca.) Johannes-Glocke gegossen
1561 Almersbach wird lutherisch
1605 Almersbach wird calvinistisch
  (Alle Kunstschätze verschwinden)
  (ab 1669 calvinistisch und lutherisch)
1764 Turmhaube und Eindach neu
1819 Almersbach wird uniert
1915 Freilegung der alten Fresken
2006 Letzte Renovierung

Pilgersegen des Jakobus

Fotos: Horst Ascheid (Ansicht Kirche) und Hans Gerd Seelbach 

Almersbach als Pilgerstation

Im 12. und 13. Jahrhundert, als die Kirche zu Almersbach in ihrem noch erhaltenen Innenraum entstand, führte hier ein wichtiger Handels- und Pilgerweg vorbei. Die Furt durch die Wied muss hier besonders günstig gewesen sein. Zum Schutze dieses Übergangs erhielt Almersbach im Jahre 1357 von Kaiser Karl IV die Stadtrechte. Dieser uralte Weg, der schon zur Römerzeit bezeugt worden ist, führte aus dem Köln-Bonner-Raum über Limburg in den Raum Frankfurt-Wiesbaden-Mainz (-Kastell). Für die Gegenrichtung benutzte man meistens ein Schiff auf dem Rhein.

Jakobus segnet die Pilger

Bei der Freske im Hauptschiff, beim „Pilgersegen durch Jakobus von Compostella“, sollen 1915, als die Malereien unter einer mehrfachen Kalkschicht freigelegt wurden, noch Reste von Rittern und Reisenden vorhanden gewesen sein. Auch die überdimensionale Gestalt des Christophorus im Chorraum deutet auf eine Pilgerstation an einem wichtigen Flussübergang hin.

Romanische Kreuzigungsszene

Die Freske in der Apsis des nördlichen Seitenschiffes wird der romanischen Zeit zugeordnet (ca. 1200). Merkmale dafür sind: das Gabelkreuz, die segnenden Hände des Gekreuzigten und die nebeneinander stehenden Füße. Maria und Johannes scheinen das Geschehen am Kreuz zu erfassen.
Die übergroßen Heiligen wirken dagegen uninteressiert: Ein eindeutiges Heiligenattribut ist rechts bei Petrus zu erkennen. Links neben Maria ist wahrscheinlich Nikolaus abgebildet (Schutzheiliger der Händler, Schiffer und Kinder). Linksaußen ist Cordula, eine Kölner Heilige, abgebildet. Cordula wurde nach einer Pilgerfahrt auf einem Rheinschiff mit einem Speer getötet. Sie gilt als Schutzheilige der Pilger, der Reisenden und der Schiffer.

Christus als Weltenherrscher

Die Malerei in der Chorapsis, wahrscheinlich erst Ende des 15.Jahrhunderts angefertigt, zeigt Christus als Weltenherrscher: „Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meine Fußbank.“ (Jes.66,1) An seinen Seiten stehen Maria und Johannes (der Täufer).


Christophorus diente der Welt und dem Teufel

Die Darstellung des Christophorus an der Nordwand des Chorraumes (siehe Rückseite) ist etwas später als die Kreuzigungsgruppe entstanden. Die Christophorus-Legende spielte seinerzeit eine große Rolle: Ein Mensch suchte, beobachtete genau und zog die richtigen Schlüsse. Obwohl er der Welt und dem Teufel diente, kam Christus zu ihm. Auf der Herzseite nahm Christus Platz. Nun sind die Arme des Riesen unbedeutend geworden. Mit den weiblichen Gesichtszügen wollten die mittelalterlichen Künstler zeigen, dass es gleich ist, ob große Persönlichkeiten in Männer- oder Frauengestalt auftraten.


Johannes-Glocke, Johannestal und „das Kloster“

Die Christophorus-Legende ist eine Tauf-Legende. So ist es nicht verwunderlich, dass die älteste Glocke aus der Zeit um 1510 die Inschrift trägt: „Sent Johannes Babtista heissen ich; alle boesse Veder vertreiben ich. Peter van Echternach gaus mich.“ Die beiden anderen Glocken tragen keine Namen. Das bei Almersbach beginnende Tal wird noch heute „Johannestal“ genannt.
Der Volksmund berichtet, dass in Almersbach ein Kloster bis in die Schwedenzeit gestanden haben soll. Es existieren jedoch keine schriftlichen Quellen, die dies belegen. Stattdessen könnte es sich um einen geräumigen Pfarrhof, den die Pfarrer bewohnten oder um ein Johanniter-Hospital für die Pilger und für die Reisenden gehandelt haben.

Christophorus diente den Menschen

Riesengroß und bärenstark war „Reprobus". Bei einem Freien Bauern hatte er sich verdingt. Er bewältigte die Tagesarbeit von zwei Knechten bis zur Mittagsstunde. Langeweile kam auf und so beschloss er, dem mächtigsten Manne der Welt zu dienen. Es traf sich, dass gerade der Kaiser mit seinem Heere vorbeizog. Er nahm Reprobus in sein Heer auf und ließ für ihn das größte Schwert schmieden. Der Kaiser gewann nun jede Schlacht.

Doch eines Tages bemerkte Reprobus, dass sich der Kaiser vor der Macht des Teufels schützte. Reprobus quittierte seinen Dienst und suchte den Teufel. Dem begegnete er schnell. Gemeinsam trieben sie ihr Unwesen, bis Reprobus feststellte, dass sich der Teufel vor einem am Wege aufgestellten Kreuz fürchtete. „Ich bin nur der Herr der Erde; der, dessen Zeichen dort errichtet wurde, ist der Herr des Himmels und der Erde. Wo er ist, habe ich keine Macht," gab der Teufel kleinlaut zu. Nun wollte Reprobus in den Dienst des Gekreuzigten treten.

Eine mühevolle Suche begann! Reprobus gab nicht auf. Eines Tages musste er ein Kind durch einen Fluss tragen. In der Flussmitte wurde es Reprobus, als trüge er die ganze Welt auf seinen Schultern. Da sprach das Kind: „Du hast nicht nur die ganze Welt getragen, sondern auch den, der sie gemacht hat. Und weil du so lange auf mich gewartet hast und in dieser Zeit den Menschen treu dientest, sollst du von nun an CHRISTOPHORUS (=Christusträger) heißen!"

Sogar Martin Luther, der eigentlich die Verehrung von Heiligen ablehnte, sah in Christophorus das Symbol des christlichen Menschen. Text: Günter Fleischer, Amteroth

Am 11. Juni 1967 wurde die neue Orgel ihrer Bestimmung übergeben. Die Orgel, die von der Firma August Hardt und Sohn in Möttau gebaut worden ist, ist eine einmanualige, mechanische Schleifladenorgel. Der Globusleuchter wurde 2001 aus Spendengeldern finanziert. Den selbstgebauten Osterkerzenleuchter hat Harald Bitzer aus Fluterschen zu Ostern 2002 der Kirchengemeinde gestiftet, den selbstgebauten Ständer für die Taufschale im September 2007.

Zur Evangelischen Kirchengemeinde Almersbach gehören die Orte: Almersbach, Fluterschen, Stürzelbach mit Mahlert, Trinnhausen und Breibacherhof, sowie Oberwambach und Gieleroth mit Herpteroth und Amteroth.

Der Gottesdienst findet sonn- und feiertags um 10.00 Uhr abwechselnd in Almersbach und Oberwambach statt.

Abweichende Gottesdienstzeiten: 01. Januar (Neujahr) um 18.00 Uhr; Gründonnerstag um 19.00 Uhr (Agapefeier), Ostersonntag (Osternachtsgottesdienst) um 6.00 Uhr, 24. Juni (Johannistag) um 19.00 Uhr mit Johannesfeuer, 31. Oktober (Reformationstag) 19.00 Uhr, Buss- und Bettag 19.00 Uhr, 24. Dezember (Heiligabend) um 15.00, 17.00 und 22.30 Uhr und am 31. Dezember (Altjahrsabend) um 17.00 Uhr. 

Das Pfarrhaus in Almersbach (Kirchweg 5)

Im Erdgeschoss befinden sich der Pfarrsaal und das Gemeindeamt

Das evangelische Pfarrhaus in Almersbach, Kirchweg 5, 57610 Almersbach (erbaut 1904) - im Erdgeschoss befinden sich das Gemeindeamt und der Pfarrsaal.

Evangelische Kirchengemeinde Almersbach, Kirchweg 5
57610 Almersbach ; Telefon: 02681 - 2864 ; Fax: 02681-9843688 ; E-Mail: gemeindeamt@kirche-almersbach.de